Dem Tod von der Schaufel gesprungen - Reizwortaufgabe bei einer Schularbeit: Wüste – Durst – Verzweiflung – gerettet

Scheich Achim bestieg seinen feurigen Vollblut-Araber. Das Pferd tänzelte unruhig. Es wusste wohl, welche beschwerliche Reise vor ihm lag. Der Scheich gab seinem Pferd die Sporen.
Sie trabten auf die Wüste zu, wo Achim von einigen Nomaden Schafe kaufen wollte. Wenig später bekam Scheich Achim Durst. Er nahm einen ordentlichen Schluck Wasser aus seinem Schlauch. Dann parierte er sein Pferd zum Schritt durch, um es Kräfte sparen zu lassen. Doch Abdullah, so hieß es, gehorchte dem Zügel nicht, sondern fiel in Galopp. Es ging durch! Scheich Achim wollte es wieder zum Traben bringen. Abdullah stieg und buckelte. Es raste los. Im vollen Jagdgalopp sauste es direkt auf die Wüste zu. Das Galoppieren wurde ihm bald zu anstrengend, denn es war inzwischen sehr heiß geworden. Endlich brachte der Scheich es zum Stehen. Er hielt vergebens nach dem rechten Weg Ausschau. Zudem musste er feststellen, dass sein Wasserschlauch ausgeronnen war. Abdullah hatte mit den Hufen einen kleinen Stein aufgewirbelt und gegen den Schlauch gespeckt. Nun brauchten Pferd und Reiter dringend Wasser. Das mausfalbene Fell des Pferdes war schweißnass, es atmete stoßweise. Scheich Achim klopfte ihm beruhigend den Hals. Er vergönnte seinem Pferd eine kleine Atempause und ritt dann langsam weiter. Durst quälte ihn. Er musste absteigen, denn sein erschöpftes Pferd wäre sonst unter ihm zusammengebrochen. Er musste auch achtgeben, sich nicht von einer Fata Morgana irreführen zu lassen. Doch bald taumelte er nur noch dahin. Vor ihm tauchte ein Felsen auf. Da entsann er sich einer alten Sage. Er nahm seine Reitpeitsch und schlug mit aller Kraft gegen den Stein. Bei dem Knall, den die Gerte verursachte, zuckte Abdullah erschrocken zusammen, obwohl der Schlag nicht ihm gegolten hatte. Das Wasser sprudelte reichlich aus dem Felsen. Scheich Achims Religion ließ es nicht zu, gleich zu trinken. Er fiel auf die Knie und dankte Allah für das Wunder. Abdullah aber wieherte hell auf und begann gierig zu trinken. Auch der Scheich hatte nun sein Gebet beendet und tat sich mit tiefen Zügen am Wasser gütlich. Dann flickte er das Loch im Wasserschlauch und füllte ihn. Er rastete noch ein wenig, bevor er wieder aufstieg und nach dem richtigen Weg suchte.
Noch ehe die Nacht anbrach, hatte er ihn gefunden. Am Ziel angelangt, machte er gute Geschäfte mit den Nomaden. Ohne weitere Zwischenfälle kam er mit seinem Abdullah wieder nach Hause. Er fand es nicht besonders schlimm, dem Verdursten so knapp entronnen zu sein, war doch allem vom Schicksal bestimmt.