Der Präsident und die Putzfrau

Ein Mittwoch wie jeder Mittwoch.
Um acht Uhr morgens begann die Putzfrau ihre Arbeit. Zuerst: Müllkübel ausleeren. (Danach: Aschenbecher ausleeren, WC’s putzen, Staub wischen, Böden wischen, Müll entsorgen).
Mit zwei großen Müllsäcken in der linken Hand (einen für Restmüll, einen für Altpapier) und einer Rolle kleiner Müllsäcke in der rechten Hand (für die jeweiligen Mülleimer) ging sie von Raum zu Raum und leerte die Müllkübel.
Der Präsident war auch schon bei der Arbeit.
Er diktierte der Sekretärin: „[…] der Kandidat bzw. deren gesetzliche Vertreter […]“.
Die Putzfrau sagte, während sie den Restmüll entleerte: „Herr Präsident, man muss schreiben: ‚bzw. dessen gesetzliche Vertreter‘“. Der Präsident besann sich einen Augenblick, dann sagte er: „Nein, es heißt deren“. Die Putzfrau antwortete: „Nein, es muss dessen heißen, weil…“, doch bevor sie ihre Meinung begründen konnte, schnitt ihr der Präsident das Wort ab: „Ich mache meine Arbeit, und Sie machen Ihre, und jetzt Ruhe!“. Die Putzfrau antwortete: „Na gut, Sie machen Ihre Arbeit und ich meine, aber ich mache meine Arbeit richtig.“ Der Präsident explodierte: “Verschwinden Sie, aber sofort!“. Die Putzfrau entleerte die Kiste mit dem Altpapier und ging.
Die Putzfrau war wütend, denn sie wusste, dass sie Recht hatte, aber sie putzte weiter. Der Präsident verließ das Büro.
Eine Viertelstunde später sagte ihr ein Büroangestellter: „Der Präsident hat angerufen, er lässt Dir ausrichten, Du hattest Recht.“